Schweißer: der Beruf, in dem aus zwei Teilen eines wird
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Was ein Schweißer wirklich macht
Die meisten Beschreibungen bleiben bei einem Satz stehen: Schweißer verbinden Metallteile unlösbar miteinander. Das stimmt – und lässt genau das weg, worum es geht. Eine Naht ist keine Klebestelle, sondern ein Stück Bauteil, das erst im Moment des Schweißens entsteht. Was dort erstarrt, hat andere Eigenschaften als das Blech daneben. Ob die Konstruktion trägt, entscheidet sich in diesen wenigen Millimetern.
Der Anfang sieht konkret so aus: Auf dem Rollbock oder dem Positionierer liegt eine geheftete Baugruppe, die aus der Schlosserei kommt. Auf der Zeichnung stehen Nahtsymbole – welche Art von Naht, wie dick, wie lang, umlaufend oder unterbrochen. Daneben liegt ein zweites Papier, das Außenstehende nie zu sehen bekommen: die Schweißanweisung. Sie legt fest, mit welchem Verfahren, welchem Zusatzwerkstoff, welcher Stromstärke und in welcher Position geschweißt werden darf.
Den Rest entscheidet der Schweißer – und das ist mehr, als es klingt. In welcher Reihenfolge die Nähte gesetzt werden, damit sich die Baugruppe nicht zusammenzieht. Ob das Teil gedreht wird, um in Wannenlage statt über Kopf zu arbeiten. Wo eine Heftstelle bleibt und wo sie zuerst gelöst wird. Wärme ist in diesem Beruf Werkzeug und Gegner zugleich: Sie schafft die Verbindung und verzieht dabei das Bauteil.
Was danach kommt, gehört ebenfalls dazu: Schlacke entfernen, die Naht ansehen, Anfangs- und Endkrater prüfen, nacharbeiten, wo etwas nicht sitzt. Erst dann geht die Baugruppe weiter – zur Prüfung, zur Zerspanung, zur Oberfläche. Was hier durchrutscht, findet später jemand anders, und dann steckt bereits sehr viel mehr Arbeit im Teil.

An was Sie hier schweißen
Das ist die Frage, die keine Stellenanzeige beantwortet – und die einzige, die man abends zu Hause erzählt. Bock fertigt für fünfzehn Branchen, und das bedeutet nicht fünfzehn Varianten desselben Teils. Auf den Böcken liegt nebeneinander:
- Aus dem Kranbau: Kranbrücken und Ausleger – Bauteile, die später selbst tragen, was andere heben.
- Aus dem Werkzeugmaschinen- und Pressenbau: Pressenrahmen, Maschinenbetten und Grundgestelle, auf denen später eine komplette Anlage steht.
- Aus dem Anlagen- und Apparatebau: Druckbehälter und CrNi-Wärmetauscher, Großzylinder und Trommelmäntel nach AD 2000 – Edelstahl, dünnere Wandungen, eine andere Art von Sorgfalt.
- Aus der Fördertechnik: Seil- und Rippentrommeln, Förderschnecken für Schüttgut, Konusse mit Radialschaufeln – Rundes, bei dem die Naht umläuft statt geradeaus zu gehen.
- Aus Brückenbau, Spezialtiefbau, Offshore und Stahlwasserbau: Fachwerkträger, Rohrschüsse und Großrohre – Nähte, auf denen am Ende jemand steht.
Und keines dieser Teile endet in einer Vitrine. Sie gehen in Krane und Pressen, in Kraftwerke, Brücken, Offshore-Anlagen und den Spezialtiefbau – Konstruktionen, die draußen jahrzehntelang halten müssen und an denen später niemand mehr nachbessert. Wer eine Naht daran gelegt hat, weiß, wo sie steht. Dazu kommt: Fast nichts davon kommt ein zweites Mal. Prototypen, Losgröße 1 und kleine Serien sind hier der Normalfall, nicht die Ausnahme – und mit dem Bauteil wechseln Werkstoff und Anforderung mit: von Baustahl S235/S355 über hochfesten S690 bis zu Feinkornbaustahl S1100, dazu Verschleißstahl wie Hardox, Edelstahl 1.4301 bis 1.4571, Duplex 1.4462 und warmfeste Druckbehälterstähle. Über 40 Güten liegen im eigenen Lager, jede Charge mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204. Wer Abwechslung sucht, bekommt sie hier nicht als Versprechen, sondern als Terminplan.


MAG, WIG, Unterpulver: drei Verfahren, drei Arbeitsweisen
Alle drei Verfahren stehen bei uns im Haus, und sie verlangen Unterschiedliches von dem, der sie bedient:
| Merkmal | MAG (135) | WIG (141) | Unterpulver (121) |
|---|---|---|---|
| Wie der Lichtbogen geschützt wird | Aktivgas aus der Düse | Inertgas, Zusatzwerkstoff von Hand zugeführt | Ein Pulverbett deckt den Lichtbogen vollständig ab |
| Was der Schweißer führt | Brenner und Tempo, meist von Hand | Brenner in der einen, Stab in der anderen Hand | Nicht die Hand, sondern die Anlage – gefahren wird der Mast |
| Wofür es hier eingesetzt wird | Stahlbaugruppen, Rahmen, Konsolen – das Brot-und-Butter-Verfahren | Edelstahl, Sonderwerkstoffe, hochwertige Verbindungen | Lange, dicke Nähte an Trommeln, Rohren, Trägern |
| Leistung der Anlagen im Haus | ca. 100 Plätze, ca. 600 A, Draht bis 1,6 mm | Teil derselben Arbeitsplätze | 3 Maste, bis 1.250 A, Draht bis 4 mm |
| Worauf es beim Können ankommt | Zugänglichkeit und Position beherrschen | Ruhige Hand, langsames und sauberes Arbeiten | Vorbereitung: Spaltmaß, Lage, Parameter |
Merkregel: MAG ist das Tempo, WIG die Sorgfalt, UP die Ausdauer. Wer alle drei kann, wird nicht mehr nach dem Verfahren eingeteilt, sondern nach dem Bauteil.


Die Handgriffe – wo die Arbeitszeit wirklich hingeht
Wer den Beruf vom Zusehen kennt, denkt an jemanden mit Schirm und Brenner. Das ist der sichtbare Teil. Der Rest sieht so aus:
- Vorbereiten: Fugen säubern, Zunder, Rost und Farbe entfernen, Spaltmaße prüfen. Eine Naht ist nur so gut wie der Zustand der Fuge – Verunreinigung ist eine der häufigsten Ursachen für Poren.
- Positionieren: Die Baugruppe wird so gedreht, dass möglichst in Wannenlage geschweißt werden kann. Dafür stehen Positionierer bis 2.000 kg und sechs Rollendrehvorrichtungen für Ø 150 bis 7.500 mm und bis 60 t bereit. Jede Umlagerung kostet Zeit – und jede, die man sich verkneift, obwohl sie nötig wäre, kostet Nahtqualität.
- Einstellen: Stromstärke, Drahtvorschub, Gasmenge, Pendelbewegung. Die Schweißanweisung gibt den Rahmen vor, innerhalb dessen die Erfahrung entscheidet.
- Schweißen: Bei dicken Blechen mehrlagig – Wurzel, Fülllagen, Decklage. Zwischen den Lagen wird gereinigt und auf die Zwischenlagentemperatur geachtet, sonst leidet das Gefüge.
- Prüfen und zuordnen: Sichtprüfung der eigenen Naht, Nacharbeit, und die Dokumentation, wer welche Naht geschweißt hat. In einer EXC3-Fertigung ist das keine Formsache, sondern gehört zum Bauteil.
Auffällig ist der Anteil, der nicht nach Schweißen aussieht: vorbereiten, drehen, einstellen, prüfen. Genau daran unterscheidet sich ein geprüfter Schweißer von jemandem, der eine Naht legen kann.


Die Schweißanweisung – die zweite Zeichnung
In der Zerspanung sagt die Zeichnung, welches Maß entstehen soll. Beim Schweißen genügt das nicht, denn dieselbe Naht kann auf sehr verschiedene Arten entstehen – und nur manche davon halten. Deshalb gibt es ein zweites Dokument: die Schweißanweisung, kurz WPS, nach DIN EN ISO 15609-1.
Darin steht, was nicht dem Tagesgefühl überlassen bleibt: Verfahren, Zusatzwerkstoff, Nahtaufbau, Strom- und Spannungsbereich, Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur, Schweißposition. Diese Angaben sind nicht ausgedacht, sondern durch Verfahrensprüfungen belegt; die zugehörigen Prüfberichte heißen WPQR und folgen im Regelfall DIN EN ISO 15614-1.
Für den Beruf bedeutet das eine Grenze und eine Entlastung zugleich. Die Grenze: Wer heißer, schneller oder mit anderem Draht arbeitet, weil es gerade besser aussieht, verlässt den qualifizierten Bereich – und die Naht ist nicht mehr das, was der Auftraggeber bestellt hat. Die Entlastung: Innerhalb dieses Rahmens steht niemand allein da. Was funktioniert, wurde vorher geprüft, und zwar nicht von dem, der gerade den Brenner hält.
Wie verbindlich das ist, steht nicht nur im Qualitätshandbuch, sondern in unseren Technischen Lieferbedingungen: Gearbeitet wird auf Grundlage gültiger Schweißanweisungen, mit gültig geprüften Schweißern – und, je nach Mechanisierungsgrad, mit qualifizierten Schweißbedienern und Einrichtern.

Der Weg in den Beruf: eine Prüfung statt einer Ausbildung
Hier unterscheidet sich der Schweißer von den beiden anderen Fertigungsberufen in diesem Haus. Einen dualen Ausbildungsberuf Schweißer gibt es nicht – und deshalb auch keinen Ausbildungsplatz, auf den dieser Beitrag verweisen könnte. Der Weg läuft anders:
- Ein Metallberuf als Grundlage: Konstruktionsmechaniker, Metallbauer, Industriemechaniker – oder eine Umschulung zum Schweißer. In unserer Ausschreibung steht beides nebeneinander, weil beides funktioniert.
- Die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1: abgelegt je Verfahren, Werkstoffgruppe, Blechdicke und Position. Wer MAG in Wannenlage geprüft hat, darf damit nicht automatisch über Kopf an einem anderen Werkstoff schweißen.
- Die Gültigkeit im Blick behalten: Diese Prüfungen laufen ab und müssen bestätigt oder wiederholt werden. Ein Schweißer verwaltet damit, anders als die meisten Berufe, ein persönliches Bündel an Zeugnissen.
- Erfahrung am Werkstoff: Baustahl verhält sich anders als Feinkornstahl bis S1100, Verschleißstahl anders als Edelstahl. Zu wissen, welcher davon Vorwärmen verlangt, kommt nicht aus dem Lehrbuch.
- Zusatzqualifikation für die Anlage: Beim Unterpulverschweißen zählt nicht die Handführung, sondern das Einrichten – dafür gibt es die Qualifikation als Schweißbediener.
Das klingt nach mehr Hürde, als es ist. Der Einstieg gelingt auch mit einer einzigen gültigen Prüfung und der Bereitschaft, die übrigen nachzuholen – unsere Ausschreibung nennt gültige Schweißerprüfungen ausdrücklich als wünschenswert, nicht als Bedingung.

Was auf einem Schweißerzeugnis steht
Ein Schweißerzeugnis ist kein Diplom, sondern ein Geltungsbereich – eine Zeile aus Kürzeln, die genau beschreibt, was der Inhaber geprüft schweißen darf. Wer sich bewirbt, sollte sie lesen können:
| Feld im Zeugnis | Was es festlegt | Beispiel |
|---|---|---|
| Verfahren | Welches Schweißverfahren geprüft wurde – als Ordnungsnummer nach DIN EN ISO 4063 | 135 = MAG · 141 = WIG · 121 = Unterpulver |
| Produktform | Ob an Blech oder an Rohr geprüft wurde | P = Blech · T = Rohr |
| Nahtart | Stumpfnaht oder Kehlnaht – beides wird getrennt geprüft | BW = Stumpfnaht · FW = Kehlnaht |
| Werkstoffgruppe | Für welche Gruppe von Stählen das Zeugnis gilt | Baustahl, Feinkornstahl und Edelstahl sind nicht austauschbar |
| Abmessung | In welchem Dicken- und Durchmesserbereich es gilt | t = geprüfte Werkstückdicke · D = Rohrdurchmesser |
| Position | In welcher Schweißposition geprüft wurde – jede hat ihren eigenen Geltungsbereich | PA = Wannenlage · PC = quer · PF = steigend |
| Nahtdetails | Ob einseitig oder beidseitig geschweißt wurde, mit oder ohne Badsicherung | ss = einseitig · nb = ohne Badsicherung |
| Gültigkeit | Wie lange das Zeugnis läuft und wie es bestätigt wird | befristet – mit regelmäßiger Bestätigung |
Merkregel: Das Zeugnis sagt nicht, dass jemand schweißen kann, sondern was er geprüft schweißen darf – und bis wann. Deshalb sammelt ein Schweißer über die Jahre mehrere davon statt eines einzigen.
Was EXC3 mit dem Beruf macht
DIN EN 1090-2 kennt vier Ausführungsklassen. EXC1 genügt dort, wo ein Versagen überschaubare Folgen hat; EXC3 gilt für Konstruktionen, bei denen es ernst wird. Unser Betrieb ist für EXC3 zertifiziert – zusammen mit EN ISO 3834-2, der umfassenden Qualitätsanforderung an Schweißbetriebe, beide bescheinigt durch DVS ZERT. Für den Apparatebau kommt AD 2000 HP 0 dazu, bescheinigt durch die GSI SLV.
Der Unterschied im Alltag ist nicht der Schirm und nicht der Brenner, sondern das, was um die Naht herum passiert. Es gibt eine Schweißaufsicht, die verantwortet, was geschweißt wird – bei uns geprüftes Personal als Internationaler Schweißfachingenieur (IWE) und Internationaler Schweißtechniker (IWS). Es gibt Prüfumfänge, die vorher feststehen. Und es gibt eine Zuordnung von Naht zu Person.
Geprüft wird im eigenen Haus: Sichtprüfung (VT), Farbeindringprüfung (PT) und Magnetpulverprüfung (MT) durch Personal mit Qualifikation nach DIN EN ISO 9712. Für den Schweißer heißt das etwas Unbequemes und etwas Gutes zugleich – seine Arbeit wird tatsächlich nachgesehen, aber sie wird eben auch belegt. Eine gute Naht ist hier keine Meinung.
Deshalb ist die verbreitete Vorstellung, im Schweißen gehe es um die schöne Naht, nur die halbe Wahrheit. Optisch einwandfrei und trotzdem fehlerhaft ist möglich – Bindefehler und Poren sitzen innen. Umgekehrt ist eine Naht, die etwas rauer aussieht, in Aufbau, Wärmeführung und Nachweis aber stimmt, genau das, was der Auftraggeber gekauft hat.

Warum das Umfeld den Beruf verändert
Eine Naht entsteht nie für sich allein. Bei Bock liegen die Schritte davor und danach auf 14.000 m² im selben Haus:
- Davor der Zuschnitt: autogenes Brennschneiden bis 200 mm und CNC-Plasmaschneiden, dazu Fasenbrennen und Kantenfräsen für die Schweißnahtvorbereitung. Wer die Fuge bekommt, die er braucht, schweißt schneller und besser.
- Davor das Umformen und die Schlosserei: gewalzte Schüsse, gekantete Bleche, geheftete Baugruppen. Stimmt ein Spaltmaß nicht, merkt es der Schweißer als Erster – und der kurze Weg zum Kollegen ersetzt hier eine Reklamation.
- Daneben das Handling: der 2 × 25-t-Kran für Bauteile bis 50 t, Rollböcke bis 60 t, Positionierer. Anschlagen und Drehen gehört in diesem Beruf zur Arbeit, nicht zum Nebenjob.
- Danach das Spannungsarmmachen: Vibrationsentspannen und Flammrichten holen zurück, was die Wärme verzogen hat – ein fest eingeplanter Schritt, keine Reparatur.
- Danach die Zerspanung: Passflächen entstehen bewusst nach dem Schweißen, damit der Verzug aus der Naht außerhalb der Maßkette bleibt. Bearbeitet wird bis 26 m Bauteillänge.
Für den Beruf ist das der entscheidende Unterschied zu einer reinen Schweißbude: Man sieht, woher das Teil kommt und was danach noch damit passiert. Und man schweißt anders, wenn man weiß, dass in vier Wochen jemand eine Passfläche in genau diese Baugruppe fräst.


Ehrlich – für wen dieser Beruf nicht passt
Zu einer belastbaren Berufswahl gehören die Gründe, die dagegen sprechen. Fünf davon sollte man kennen:
- Wer die körperliche Seite unterschätzt: Hitze, Rauch, Zwangshaltungen, Lärm. Absaugung, Schutzausrüstung und Positionierer nehmen viel davon weg – aber nicht alles.
- Wer Regeln als Gängelung empfindet: Schweißanweisung, Prüfumfang, Nachweise. In einer EXC3-Fertigung ist das der Beruf selbst und nicht seine Verwaltung.
- Wer ungern weiterlernt: Prüfungen laufen ab, Werkstoffe und Verfahren kommen dazu. Wer einmal geprüft ist und es dabei belassen möchte, bleibt stehen.
- Wer sofortige Rückmeldung braucht: Ob eine Naht wirklich in Ordnung ist, sagt manchmal erst die zerstörungsfreie Prüfung – Tage später.
- Wer lieber das Ganze baut als die Verbindung: Dann passt der Konstruktionsmechaniker besser. Er richtet, passt ein und heftet die Baugruppe, die der Schweißer danach tragfähig macht.
Der Beruf belohnt Ruhe, Sauberkeit und die Bereitschaft, sich messen zu lassen. Wer beim Lesen dieser Liste nicht abgesprungen ist, passt vermutlich gut hierher.


Konstruktionsmechaniker / Schlosser: das Berufsbild
Aufgaben, Ausbildung und Perspektiven im Sondermaschinenbau – und der Unterschied zum Industriemechaniker.
Zum BerufsbildNach der ersten Prüfung – welche Wege im Haus offen stehen
Mit der ersten bestandenen Schweißerprüfung fängt die Entwicklung erst an. Der naheliegendste Weg ist die Breite: weitere Verfahren, weitere Werkstoffgruppen, weitere Positionen. Jede zusätzliche gültige Prüfung erweitert, an welchen Bauteilen jemand eingesetzt werden kann – und in einem Haus, das überwiegend Einzelstücke baut, ist das ein handfester Unterschied.
Der zweite Weg führt weg von der Handführung. Unterpulverschweißen wird nicht geführt, sondern eingerichtet und gefahren. Drei Maste stehen dafür bereit, der größte mit 7 m Ausladung, 7 m Arbeitshöhe und bis 1.250 A bei Drahtdurchmessern bis 4 mm. Wer diese Anlagen beherrscht, arbeitet an den langen Nähten, die von Hand niemand wirtschaftlich legen würde.
Der dritte Weg geht in die Verantwortung: Schweißaufsicht, Qualitätssicherung, zerstörungsfreie Prüfung. Die Qualifikationen dafür – IWS, IWE, Prüfstufen nach ISO 9712 – sind hier im Haus vorhanden und nicht im Organigramm einer fernen Zentrale.
Was am Ende auf der Abrechnung steht, hängt an konkreten Dingen: an gültigen Prüfungen, an den Verfahren, die jemand sicher beherrscht, und an der Verantwortung, die er übernimmt. Deshalb nennen wir keine Pauschale – die Vergütung richtet sich nach Qualifikation, Berufserfahrung, Einsatzbereich und individueller Vereinbarung. Unabhängig davon gelten für alle im Haus dieselben Leistungen, von der betrieblichen Altersvorsorge bis zum Fahrgeldzuschuss; aufgeführt sind sie auf der Seite Karriere bei Bock, in einem Familienbetrieb mit 63 Jahren Fertigungserfahrung.



Ausbildung im Stahlbau: was hier wirklich gebaut wird
Welche Berufe in einer Stahlbau-Fertigung zusammenarbeiten, wie die duale Ausbildung abläuft – und für wen sie nicht passt.
Zum ÜberblickDer ganze Weg: der Beruf in Bildern
Alle Stationen dieses Beitrags noch einmal der Reihe nach – jede Kachel springt zurück ins passende Kapitel.
Häufige Fragen zum Beruf Schweißer
Was macht ein Schweißer?
Er fügt Bleche, Rohre und Profile durch die Naht zu einem einzigen tragenden Bauteil. Die Naht ist dabei kein Verbindungsmittel, das man dazwischenlegt, sondern erstarrtes Bauteil mit eigenen Eigenschaften – die Tragfähigkeit der ganzen Konstruktion hängt an diesen wenigen Millimetern. Verfahren, Zusatzwerkstoff, Stromstärke und Position gibt die Schweißanweisung vor; die Reihenfolge der Nähte, die Lage des Bauteils und die Nacharbeit an der Naht entscheidet der Schweißer selbst. Nachgewiesen wird das Können über eine gültige Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1 – eine Ausbildung zum Schweißer gibt es nicht.
Kann ich als Schweißer anfangen, ohne Schweißer gelernt zu haben?
Schweißer ist kein dualer Ausbildungsberuf – der Zugang läuft über einen Metallberuf oder eine Umschulung plus Schweißerprüfungen. Unsere Ausschreibung nennt eine abgeschlossene Ausbildung als Schweißer, Metallbauer, Konstruktionsmechaniker oder Ähnliches; gültige Prüfungen nach DIN EN ISO 9606-1 sind wünschenswert, aber keine Bedingung. Entscheidend sind Erfahrung an Stahlbaugruppen und eine sorgfältige Arbeitsweise.
Welche Schweißverfahren muss ich mitbringen?
Geschweißt wird MAG und MIG an Stahlbaugruppen und Sondermaschinen, WIG für hochwertige Verbindungen und Sonderwerkstoffe sowie Unterpulver auf vollmechanisierten Anlagen. Alle drei muss niemand mitbringen. Wer MAG sicher beherrscht, findet hier Arbeit – und lernt die übrigen im Betrieb dazu.
Was ist, wenn meine Schweißerprüfung abgelaufen ist?
Dann bewerben Sie sich trotzdem. Prüfungen nach DIN EN ISO 9606-1 sind befristet und müssen regelmäßig bestätigt oder wiederholt werden – das ist Alltag in jedem zertifizierten Schweißbetrieb und kein Ausschlussgrund. Wichtiger ist, welche Verfahren, Werkstoffe und Positionen Sie tatsächlich beherrschen.
Arbeite ich den ganzen Tag über Kopf?
Nein, und das ist vor allem eine Frage der Ausstattung. Baugruppen werden so weit wie möglich in eine günstige Lage gedreht: Positionierer bis 2.000 kg, sechs Rollendrehvorrichtungen für Ø 150 bis 7.500 mm und bis 60 t, dazu der 2 × 25-t-Kran. Zwangslagen lassen sich nicht immer vermeiden – aber sie sind hier die Ausnahme und nicht die Regel.
Was verdient man als Schweißer bei Bock?
Wir nennen bewusst keine Zahl, die für alle gilt: Gültige Prüfungen, beherrschte Verfahren und übernommene Verantwortung sind sehr unterschiedlich verteilt, und genau daran hängt die Vergütung – neben Qualifikation, Einsatzbereich und individueller Vereinbarung. Die Leistungen, die unabhängig davon für jeden gelten, sind auf der Karriereseite aufgeführt.
Wo genau liegt der Arbeitsplatz?
In 73547 Lorch im Ostalbkreis, nahe Schwäbisch Gmünd. Die Schweißerei steht dabei unter demselben Dach wie Zuschnitt, Schlosserei und Zerspanung, die Wege zwischen den Gewerken sind kurz. Erreichbar ist der Standort auch aus Schorndorf, Aalen, Göppingen und Stuttgart; zu den Fahrtkosten gibt es einen Zuschuss.

