Ausbildung im Stahlbau: Berufe, Aufgaben und der Einstieg bei Bock
Inhaltsverzeichnis

Welche Bauteile im Stahlbau entstehen
Eine Kranbahn über der Werkhalle, ein Brückenträger oder der Rahmen einer Presse: Hinter solchen Konstruktionen stecken mehrere Metallberufe. Einer baut die Bleche und Profile zusammen, ein anderer schweißt die Nähte, ein weiterer bearbeitet Bohrungen und Auflagen.
Bei Bock entstehen viele dieser Bauteile als Einzelstücke oder kleine Serien. Für die Ausbildung bedeutet das: Die Aufgaben wechseln mit dem Auftrag. Eine neue Zeichnung kann eine andere Form, einen anderen Werkstoff oder eine andere Arbeitsfolge mitbringen.
Auch die Größe prägt die Arbeit. Bauteile bis 50 t werden mit dem Kran bewegt. An Teilen bis 26 m Länge liegen die Messstellen weit auseinander. Beim Zuschnitt sind Materialstärken bis 200 mm möglich. Welche Technik jeweils gebraucht wird, lernt man am konkreten Werkstück.
Wer den Unterschied zwischen den Berufen verstehen möchte, kann deshalb zunächst den Weg eines Bauteils durch die Fertigung verfolgen. An jedem Schritt wird sichtbar, welche Aufgabe dort übernommen wird.

Vom Blech zur Baugruppe: sechs Fertigungsschritte
Eine geschweißte Baugruppe kann diese Stationen durchlaufen. Nicht jeder Auftrag braucht alle Schritte; die Reihenfolge richtet sich nach dem Bauteil:
- Zuschnitt: Aus der Blechtafel werden die Einzelteile geschnitten – autogen bis 200 mm Materialstärke, dazu CNC-Plasmaschneiden. Hier entsteht die erste Kante, auf die sich später alle anderen Maße beziehen.
- Umformen: Walzen und Abkanten machen aus dem flachen Zuschnitt eine Rundung oder einen Winkel. Ein Rohr, ein Konus, eine Schale – alles, was nicht eben ist, kommt über diese Station.
- Schlosserei: Die Einzelteile werden angerissen, gerichtet, gebohrt und zu einer Baugruppe geheftet. Hier entscheidet sich die Maßhaltigkeit der ganzen Konstruktion, lange bevor die erste tragende Naht liegt.
- Schweißen: Aus der gehefteten Baugruppe wird eine tragende Konstruktion – geschweißt nach DIN EN 1090-2 EXC3 und EN ISO 3834-2, überwacht durch eine eigene Schweißaufsicht (IWE/EWE).
- Zerspanung: Auf CNC-Fräsmaschinen und Bohrwerken bekommt die geschweißte Baugruppe ihre Funktionsflächen – Passungen, Bohrbilder, Auflagen. Bewusst nach dem Schweißen, damit der Verzug aus der Naht außerhalb der Maßkette bleibt.
- Oberfläche: Strahlen und Lackieren. Danach geht das Bauteil auf den Tieflader.
Konstruktionsmechaniker arbeiten besonders am Aufbau der Baugruppe, Zerspanungsmechaniker an ihren bearbeiteten Flächen und Bohrungen. Beide müssen verstehen, was an den angrenzenden Stationen passiert.


Die sechs Stationen im Bild
Dieselbe Kette als Foto, in der Reihenfolge, in der ein Bauteil sie durchläuft: Zuschnitt an der Plasmaschneidanlage, Rundbiegen auf der Walze, Schleifarbeit in einem gewalzten Ring, Schweißen an einer Baugruppe, Zerspanung am Bohrwerk und zuletzt die Lackierkabine. Jedes Bild lässt sich vergrößern.
Konstruktionsmechaniker oder Zerspanungsmechaniker?
Beide Berufe arbeiten nach technischen Zeichnungen. Der Unterschied wird vor allem bei der praktischen Aufgabe deutlich:
| Merkmal | Konstruktionsmechaniker (Schlosser) | Zerspanungsmechaniker | Schweißer |
|---|---|---|---|
| Was am Ende entsteht | Eine zusammengebaute Stahlkonstruktion – Rahmen, Gestell, Baugruppe | Eine bearbeitete Fläche, eine Passung, ein Bohrbild | Eine tragende Naht, die eine Konstruktion zusammenhält |
| Kern der Arbeit | Anreißen, richten, heften, passen, messen | Programmieren, einrichten, spannen, zerspanen, prüfen | Vorwärmen, Lage einstellen, schweißen, Naht prüfen |
| Womit man den Tag verbringt | Am Bauteil, mit Werkzeug und Messmittel in der Hand | An der Maschine und ihrer Steuerung, dazu am Messmittel | An der Naht, in Schutzkleidung, mit hoher Konzentration |
| Rückmeldung kommt | Spät – eine große Baugruppe dauert Tage bis Wochen | Schnell – ein Span, eine Fläche, ein Maß | Sofort sichtbar an der Naht, endgültig erst nach der Prüfung |
| Bei Bock | Dualer Ausbildungsberuf, 3,5 Jahre | Dualer Ausbildungsberuf, 3,5 Jahre | KEIN Ausbildungsberuf – Zugang über eine Metallausbildung plus Schweißerprüfung |
Beim Konstruktionsmechaniker steht der Zusammenbau im Mittelpunkt, beim Zerspanungsmechaniker die Bearbeitung an Dreh- und Fräsmaschinen. Ein Praktikum kann helfen, die beiden Arbeitsweisen kennenzulernen. Schweißen begegnet einem in der Metallausbildung als zusätzliche Fertigkeit.

Konstruktionsmechaniker / Schlosser: das Berufsbild
Bleche ausrichten, Baugruppen heften, Maße prüfen: So arbeitet ein Konstruktionsmechaniker bei Bock. Mit Einblicken in Ausbildung und Werkstattalltag.
Zum Berufsbild
Zerspanungsmechaniker: das Berufsbild
Wie aus einem Rohteil eine passende Bohrung oder eine ebene Auflage wird: Aufgaben, CNC-Technik und Ausbildung in der Großteilbearbeitung.
Zum Berufsbild
Schweißer: das Berufsbild
Wie Schweißer Baugruppen vorbereiten, Nähte ausführen und ihre Arbeit prüfen – mit Beispielen für MAG, WIG und Unterpulver aus unserer Fertigung.
Zum BerufsbildWie die Ausbildung abläuft: 3,5 Jahre an zwei Lernorten
Bei einer dualen Ausbildung wird im Betrieb und in der Berufsschule gelernt. In beiden Metallberufen dauert sie regulär 3,5 Jahre. Dazu gehören:
- Grundtechniken: Messen, Anreißen, Sägen, Feilen und Bohren. Damit beginnen viele praktische Aufgaben, bevor komplexere Baugruppen und Maschinenprogramme hinzukommen.
- Zeichnungen lesen: Maße, Bezugskanten und die Lage der Teile verstehen und daraus die nächsten Arbeitsschritte ableiten.
- An Aufträgen mitarbeiten: Bei Bock werden die Grundlagen auch an Bauteilen angewendet, die später ausgeliefert werden.
- Prüfung in zwei Teilen: Ein Teil der Abschlussprüfung liegt während der Ausbildung, der zweite am Ende. Beide gehen in das Ergebnis ein.
- Die eigene Arbeit prüfen: Maße kontrollieren und Abweichungen erkennen gehört von Beginn an zum Lernen.
Unsere Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Ausbildungsberuf: Für Konstruktionsmechaniker erwarten wir einen guten Hauptschulabschluss, für Zerspanungsmechaniker die Mittlere Reife oder einen sehr guten Hauptschulabschluss und gute Mathematikkenntnisse. Für die kaufmännische Ausbildung wird ein guter Realschulabschluss erwartet. Die aktuellen Ausschreibungen nennen alle Anforderungen.

Wie mit der Erfahrung die Aufgaben wachsen
Zu Beginn werden einzelne Handgriffe und einfache Werkstücke geübt. Mit der Zeit lassen sich mehrere Schritte selbst planen: ein Teil aufspannen, eine sinnvolle Reihenfolge wählen und die Maße zwischendurch kontrollieren.
Auch die Werkstoffe werden vertrauter. Baustahl, Feinkornstahl bis S1100, Verschleißstahl und Edelstahl stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bearbeitung. In der Fertigung wird erklärt, welche Vorgaben für den jeweiligen Auftrag gelten.
Die Aufgaben wachsen dabei mit dem Können. Eigene Arbeitsergebnisse werden geprüft und besprochen. So lässt sich Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen.


Was die Ausbildung bei Bock ausmacht
Bei Bock liegen auf 14.000 m² mehrere Fertigungsbereiche unter einem Dach. Für Auszubildende gibt das Einblicke in die Schritte vor und nach der eigenen Arbeit:
- Fertigung zusammenhängend sehen: Zuschnitt, Umformen, Schlosserei, Schweißen, Zerspanung, Prüfung und Lackierung liegen im selben Betrieb.
- Praktisch lernen: Auszubildende arbeiten unter Anleitung an laufenden Aufträgen in der Fertigung mit.
- Qualitätsanforderungen kennenlernen: Schweißaufsicht (IWE/EWE), zerstörungsfreie Prüfung (VT, PT, MT nach ISO 9712) und Zertifizierungen nach DIN EN 1090-2 EXC3, EN ISO 3834-2, ISO 9001 und AD 2000 HP 0 gehören zum betrieblichen Umfeld.
- Verschiedene Werkstoffe bearbeiten: Im Lager liegen über 40 Güten, darunter Baustahl, Hardox, Feinkornstahl bis S1100 und Edelstahl. Die Werkstoffe haben Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 nach EN 10204.
- Unterschiedliche Einsatzbereiche kennenlernen: Der Familienbetrieb mit 63 Jahren Fertigungserfahrung liefert unter anderem für Kranbau, Fahrzeugbau, Anlagenbau, Brückenbau und Spezialtiefbau.
So wird verständlich, warum ein bestimmtes Maß, eine Fase oder eine saubere Auflage für die Kollegen an der nächsten Station wichtig ist.

Was vor der Berufswahl gut zu wissen ist
Diese Bedingungen gehören zur Arbeit in der Fertigung und sollten bei der Entscheidung mitbedacht werden:
- Körperliche Arbeit: Viele Tätigkeiten werden im Stehen ausgeführt. Werkzeuge, Schutzkleidung und der Geräuschpegel einer Fertigungshalle gehören dazu.
- Zeit für große Bauteile: Eine Baugruppe kann Tage oder Wochen in Arbeit sein. Nicht jeder Arbeitstag endet mit einem fertigen Teil.
- Regelmäßiges Messen: Das eigene Ergebnis wird immer wieder kontrolliert. Sorgfalt ist auch bei einfachen Aufgaben nötig.
- Umsetzen von Zeichnungen: In der Fertigung wird praktisch gebaut und bearbeitet. Entwerfen und Konstruieren am Bildschirm haben einen anderen fachlichen Schwerpunkt.
- Neue Aufgaben: Einzelstücke bringen wechselnde Zeichnungen und Arbeitsfolgen mit sich. Man lernt auch nach der Ausbildung weiter.
Welche Wege nach der Ausbildung offenstehen
Nach der Facharbeiterprüfung wächst die Erfahrung an weiteren Bauteilen. Damit lassen sich zunehmend auch Aufspannungen und Arbeitsfolgen für neue Aufgaben selbst planen.
Mögliche fachliche Richtungen sind Schweißen, CNC-Bearbeitung und Qualitätssicherung. Bei Bock liegen diese Bereiche im selben Betrieb. Für bestimmte Aufgaben werden zusätzliche Qualifikationen benötigt, etwa die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1.
Die spätere Vergütung wird nach Qualifikation, Berufserfahrung und Einsatzbereich individuell vereinbart. Zu den betrieblichen Leistungen gehören Urlaubsgeld und Sonderzahlungen, 30 Tage Urlaub, betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, eine betriebliche Krankenversicherung und ein Fahrgeldzuschuss.


Die Ausbildungsplätze bei Bock
Ausgebildet wird in drei Berufen – zwei in der Fertigung, einer im kaufmännischen Bereich. Ausbildungsstart ist in der Regel im September:
- Konstruktionsmechaniker / Schlosser (m/w/d): Grundtechniken des Metallbaus, Zusammenbau und Montage von Stahlbaugruppen nach Zeichnung, Heften mit Hilfsschweißungen, Qualitätskontrolle. Voraussetzung: guter Hauptschul- oder Realschulabschluss, technisches Interesse, handwerkliches Geschick.
- Zerspanungsmechaniker (m/w/d): Einrichten und Bedienen von CNC-Fräs- und Drehmaschinen, Lesen technischer Zeichnungen, erste eigene CNC-Programme unter Anleitung, Qualitätsprüfung mit Messmitteln. Voraussetzung: Mittlere Reife oder ein sehr guter Hauptschulabschluss, gute Mathematikkenntnisse und Interesse an Technik.
- Industriekauffrau / Industriekaufmann (m/w/d): Auftragsbearbeitung, Einkauf, Buchhaltung, Arbeitsvorbereitung und ERP-Daten – die kaufmännische Seite desselben Betriebs. Voraussetzung: guter Realschulabschluss oder Abitur.
Der Ausbildungsplatz liegt in 73547 Lorch im Ostalbkreis, nahe Schwäbisch Gmünd. Für den Arbeitsweg kommen unter anderem Schorndorf, Aalen, Göppingen und Stuttgart als Ausgangsorte infrage; zu den Fahrtkosten gibt es einen Zuschuss. Wenn Sie zwischen den Berufen schwanken, sprechen Sie uns vor der Bewerbung an.
Einblicke in die Ausbildung
Die Aufnahmen aus unserer Fertigung führen zu den jeweiligen Abschnitten.
Häufige Fragen zur Ausbildung im Stahlbau
Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung im Stahlbau?
Für Konstruktionsmechaniker erwarten wir einen guten Hauptschulabschluss. Für Zerspanungsmechaniker die Mittlere Reife oder einen sehr guten Hauptschulabschluss sowie gute Mathematikkenntnisse. Für die kaufmännische Ausbildung wird ein guter Realschulabschluss oder Abitur erwartet. Technisches Interesse, Sorgfalt und Zuverlässigkeit sind ebenfalls wichtig. Bei Fragen zu den Voraussetzungen können Sie uns vor einer Bewerbung ansprechen.
Ich weiß noch nicht, welcher Beruf zu mir passt. Muss ich mich sofort entscheiden?
Nein. Sie können zunächst die Aufgaben kennenlernen und Fragen stellen. Ein Praktikum hilft dabei, die Arbeit in Schlosserei und Zerspanung zu vergleichen. Fragen Sie uns nach den Möglichkeiten.
Wie lange dauert die Ausbildung und wie läuft die Prüfung ab?
Die gewerblichen Ausbildungen dauern regulär 3,5 Jahre im dualen System, also im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: ein Teil liegt in der Mitte der Ausbildung, ein Teil am Ende – beide zählen für das Ergebnis.
Arbeite ich als Auszubildender an echten Aufträgen oder an Übungsstücken?
Bei Bock arbeiten Auszubildende unter Anleitung an laufenden Aufträgen mit. In Schlosserei, Zerspanung und Montage lernen sie an Bauteilen, die später ausgeliefert werden.
Kann man bei Bock eine Ausbildung zum Schweißer machen?
Nein – Schweißer ist in Deutschland kein Ausbildungsberuf. Der Zugang führt über eine Metallausbildung, etwa als Konstruktionsmechaniker, plus eine Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1, die je Verfahren und Geltungsbereich abgelegt und regelmäßig verlängert wird. Geschweißt wird in der Ausbildung trotzdem: Heften und Hilfsschweißungen gehören zur Schlosserei.
Werde ich nach der Ausbildung übernommen?
Bock bildet für den eigenen Bedarf aus. Eine Übernahme hängt von der Entwicklung während der Ausbildung und der betrieblichen Situation ab. Die Perspektive wird im Verlauf der Ausbildung besprochen.
Wo genau liegt der Ausbildungsplatz und wie komme ich dorthin?
In 73547 Lorch im Ostalbkreis, nahe Schwäbisch Gmünd. Aus Schorndorf, Aalen, Göppingen und Stuttgart ist der Standort gut erreichbar; zu den Fahrtkosten gibt es einen Zuschuss.
Was verdient man in der Ausbildung?
Die Vergütung richtet sich nach Qualifikation, Einsatzbereich und individueller Vereinbarung und wird im Gespräch genannt. Fest zugesagt sind Urlaubsgeld und Sonderzahlungen, 30 Tage Urlaub, betriebliche Altersvorsorge und vermögenswirksame Leistungen, eine betriebliche Krankenversicherung sowie ein Fahrgeldzuschuss.
Quellen und Einordnung
- Duale Ausbildung, Tätigkeiten und reguläre Ausbildungsdauer des Konstruktionsmechanikers. Ausbildungsalltag erleben: Arbeiten als Konstruktionsmechaniker
- Tätigkeiten, reguläre Ausbildungsdauer von 3,5 Jahren und gestreckte Abschlussprüfung des Zerspanungsmechanikers. Zerspanungsmechaniker – Zerspanungsmechanikerin

