Dürfen wir vorstellen? Unsere neue Portalfräsmaschine Zayer Thera W 16000
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Warum wir 2017 in eine neue Portalfräsmaschine investiert haben
Die Entscheidung hatte sich in den Auftragsbüchern angekündigt: Die Bauteile unserer Kunden aus Sondermaschinen- und Anlagenbau wurden Jahr für Jahr größer und schwerer, die geforderten Toleranzen enger. Beides entscheidet sich in der Zerspanung an derselben Stelle – daran, wie viel Maschine für das Bauteil zur Verfügung steht.
Die Antwort war die Zayer Thera W 16000: eine CNC-Portalfräsmaschine mit 16.000 mm Verfahrweg in der Länge, 4.000 mm in der Breite und 2.850 mm in der Höhe. Ihre Tischaufspannfläche von 16.500 × 3.000 mm nimmt große und schwere Teile stabil und vibrationsfrei auf – die Grundvoraussetzung, um enge Toleranzen über die gesamte Bauteillänge zu halten.
In der Original-News von damals hieß es: „Wir sind stolz auf unseren Neuzugang – alles in allem bietet uns diese komplexe Maschine sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ eine erneute Steigerung." Aus heutiger Sicht dürfen wir ergänzen: Genau so ist es gekommen.

Die Zayer Thera W 16000 im Detail
Die Eckdaten der Maschine, wie sie bis heute in unserer Fertigung in Lorch arbeitet:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Verfahrweg X (Länge) | 16.000 mm |
| Verfahrweg Y (Breite) | 4.000 mm |
| Verfahrweg Z (Höhe) | 2.850 mm |
| Tischaufspannfläche | 16.500 × 3.000 mm |
| Fräskopf | 30°-Schwenkkopf, in jeder Stellung auf 0,001° positionierbar |
| Hauptantrieb | Heidenhain · 43 kW |
| Steuerung | Heidenhain iTNC 530 HSCI |
| Führung | Rollenbahn mit einstellbarer Vorspannung der Rollenschuhe |
16 Meter Verfahrweg heißt: Ein Bauteil von der Länge eines Reisebusses wird in einer einzigen Aufspannung komplett gefräst.

Der 30°-Fräskopf – komplexe Flächen ohne Umspannen
Das technische Herzstück ist der 30°-Fräskopf: Er ist in jeder Stellung und auf genau 0,001° positionierbar. In der Praxis heißt das, dass auch komplexe und schwer zugängliche Flächen – Schrägen, innenliegende Anschlussflächen, Verrippungen – in einer Aufspannung bearbeitet werden, ohne das Bauteil zu drehen oder umzuspannen.
Dazu kommt die Führung: Die stabile Rollenbahn mit einstellbarer Vorspannung der Rollenschuhe erhöht die Steifigkeit der Maschine. Steifigkeit ist beim Fräsen die direkte Vorstufe der Genauigkeit – je weniger die Struktur unter den Zerspanungskräften nachgibt, desto enger lassen sich Toleranzen prozesssicher halten, gerade bei langen Werkstücken.
Angetrieben und gesteuert wird die Maschine von Heidenhain: 43 kW Hauptantriebsleistung, Steuerung iTNC 530 HSCI – eine im Werkzeugmaschinenbau etablierte Bahnsteuerung für die mehrachsige Bearbeitung.

Vom Maschinenbett bis zum Gussgehäuse – die Vielseitigkeit im Einsatz
Die Kombination aus 16 Metern Verfahrweg, schwenkbarem Fräskopf und massiver Aufspannfläche macht die Maschine zum Universalwerkzeug der Großteilbearbeitung. Typische Aufgaben:
- Maschinenbetten, Grundrahmen und Pressentische – plangefräst über die volle Länge, Bohrbilder in derselben Aufspannung
- Geschweißte Stahlkonstruktionen, deren Passflächen und Anschlussmaße erst NACH dem Schweißen entstehen – so bleiben die Toleranzen vom Schweißverzug unberührt
- Gussgehäuse und Sonderbauteile mit Bearbeitungen in mehreren Ebenen – der 30°-Kopf erreicht auch schräge und innenliegende Flächen
- Führungsbahnen und Funktionsflächen mit engen Ebenheits- und Parallelitätsanforderungen
- Einzelteile und Kleinserien – ohne Mindestmengen, vom Rohteil bis zur einbaufertigen Baugruppe

Was die Investition für Auftraggeber bedeutet
Für Auftraggeber verändert eine solche Maschine vor allem eine Zahl: die der Aufspannungen. Jedes Umspannen kostet Rüstzeit und fügt der Maßkette eine neue Bezugsfläche hinzu. Auf 16 Metern Verfahrweg entfällt beides – vom Schruppen bis zum Planfräsen der letzten Funktionsfläche bleibt das Bauteil liegen.
Dazu kommt das Umfeld, in dem die Maschine arbeitet: Krankapazität bis 25 t für schwere Teile, ein eigenes Werkstofflager mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 und die komplette Prozesskette vom Zuschnitt über die Schweißkonstruktion bis zur Lackierung unter einem Dach – als Lohnfertiger in Lorch im Raum Stuttgart.
Und schließlich wird an denselben Anlagen ausgebildet: Als Ausbildungsbetrieb für Zerspanungsmechaniker führen wir den Nachwuchs an der Zayer an die Großteilbearbeitung heran – Wissen, das im Haus bleibt.

Und heute? Der Blick zurück
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im März 2017 auf unserer alten Website – für den Relaunch haben wir ihn überarbeitet und mit den heutigen Daten aus dem Maschinenpark abgeglichen.
Aus heutiger Sicht war die Thera W 16000 der erste Schritt einer größeren Entwicklung: 2020 folgte mit der Zayer Thera W 26000 die zweite, nochmals größere Portalfräsmaschine. Zusammen decken beide heute Verfahrwege bis 26 m ab, bei Stückgewichten bis 50 t – und bilden das Rückgrat unserer CNC-Großteilbearbeitung.
Der ganze Weg: die Maschine in Bildern
Alle Stationen dieses Beitrags noch einmal der Reihe nach – jede Kachel springt zurück ins passende Kapitel.
Häufige Fragen zum Portalfräsen auf der Zayer Thera W 16000
Welche Bauteile eignen sich für das Portalfräsen auf der Zayer Thera W 16000?
Alles, was groß, schwer und maßkritisch ist: Maschinenbetten, Grundrahmen, Pressentische, geschweißte Stahlkonstruktionen mit Bohrbildern und Passflächen, Gussgehäuse und Führungsbahnen – bis 16 Meter Länge in einer Aufspannung. Für noch längere Bauteile steht die Schwestermaschine mit 26.000 mm Verfahrweg bereit.
Welche Werkstoffe lassen sich auf der Portalfräsmaschine bearbeiten?
Das Spektrum reicht von Baustahl über Feinkornbaustahl und Verschleißstahl wie Hardox bis zu Edelstahl. Die Werkstoffe kommen aus dem eigenen Lager mit über 40 Werkstoffgüten – auf Wunsch mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204.
Können geschweißte Baugruppen komplett bearbeitet werden?
Ja – das ist der Kern unserer Fertigungstiefe: Zuschnitt, Schweißkonstruktion nach DIN EN 1090-2 EXC3, Vibrationsentspannen, mechanische Bearbeitung und Lackierung liegen unter einem Dach. Die Baugruppe verlässt das Haus einbaufertig, ohne Transportrisiko zwischen den Gewerken.
Portalfräsen oder Bohrwerk – welches Verfahren passt zu meinem Bauteil?
Das Portal überspannt das Bauteil und spielt seine Steifigkeit bei langen, flächigen Werkstücken aus; Bohrwerke sind bei kubischen Teilen mit seitlichen Bearbeitungen im Vorteil. Wir betreiben beides unter einem Dach – und wählen mit Ihnen das wirtschaftlichste Verfahren für Ihre Zeichnung.
Wie läuft eine Anfrage für die CNC-Großteilbearbeitung ab?
Zeichnung oder STEP-Datei, Werkstoff und Stückzahl genügen: Unsere Arbeitsvorbereitung prüft Machbarkeit, Aufspannung und Termin – und meldet sich mit einem konkreten Angebot. Vom Einzelteil bis zur Kleinserie, ohne Mindestmengen.

